Im Portrait standen z. B. der glänzende Lackporling, Shii-take, Schopftintling, Klapperschwamm und Igelstachelbart. Als Frischmaterial brachte Herr Börner z.B. Fenchelporling und das „Judasohr“ mit. Er adressierte auch die spannende Frage nach der Auswirkung des Klimawandels auf die Entwicklung der Pilz-Biotope. Wie wird sich z.B. die diesjährige Pilz-Saison nach der Trockenheit im letzten Jahr entwickeln? Lesen Sie hierzu den Artikel von Herrn Börner „Klimaveränderung und Pilz – Wie hängt beides zusammen?:

 

Im Anschluss folgen nun für die Pilz-Fans vier kurze Baumpilz-Portraits mit ihrer gesundheitsfördernder Wirkung:

 

1. Igelstachelbart (Hericium erinaceus)

• Aussehen/Eigenschaften: rund, weißlich, komplett mit weichen Stacheln bedeckt, die in der Form an Stalaktit[1] en erinnern; wächst auf älteren Baumstämmen (Eiche, Buche); enthält acht für den Menschen wichtige Aminosäuren, ist reich an Kalium und Polysacchariden und arm an Natrium

• Anwendungsgebiete: Magenbeschwerden, Darmentzündung, Nervenerkrankungen

• Geschmack und Zubereitung: ähnelt Geflügelfleisch, in Scheiben schneiden und als vegetarisches Schnitzel braten; als Pulverkapseln zu erwerben

 

2. Klapperschwamm (Grifola frondosa)
• Aussehen/Eigenschaften: graubraune, überlappende Einzelhüte; enthält Ergosterol (Vorstufe Vitamin D), verschiedene ungesättigte Fettsäuren, Polysaccharide; wächst zumeist am Fuße alter Eichen, seltener an Linden, Kastanien, Buchen (Achtung: in manchen Bundesländern wie Bayern, Sachsen-Anhalt und Thüringen steht er auf der Roten Liste der gefährdeten Arten[2] )

• Anwendungsgebiete: Altersdiabetes, Osteoporose, Leberschutz, Blutdrucksenkung

• Geschmack: mild, jung essbar; als Pulverkapseln zu erwerben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 3. Judasohr (Auricularia polytricha)

• Aussehen/Eigenschaften: rotbrauner bis violett grauer, umgekehrt muschelförmiger Fruchtkörper (3-10 cm), wächst an toten oder absterbenden Ästen von Holunder, Weiden, Buchen und Robinien, vor allem im Frühjahr; reich an Kalium, Kalzium, enthält Eisen, Magnesium und Silizium, Vielzahl an sekundären Inhaltsstoffen, die gerinnungs- und entzündungshemmende Wirkung haben und die Lymphzellen beeinflussen bzw. freie Radikale fangen

• Anwendungsgebiete: eitrige Geschwülste, erkältungsbedingter Durchfall, Hämorriden, Zahnschmerzen, Stimulierung des Immunsystems, Entzündungen von Haut und Schleimhäuten, vorbeugend gegen das Fortschreiten von Arteriosklerose, Thrombose, Verschlüssen der Adern, Regulierung des Blutfettspiegels

• Geschmack und Zubereitung: mild, frische Exemplare können im Wok gegart werden

 

4. Glänzender Lackporling (Ganoderma lucidum)

• Aussehen/Eigenschaften: gelb-rötlich mit einer Harzschicht; wächst an Totholz z. B. Eichen, Erlen, Birken, Buchen, Kirschbäumen (Achtung: in manchen Bundesländern, z.B. Rheinland-Pflalz steht er auf der Roten Liste der gefährdeten Arten[3] ); enthalten Triterpene, Mineralstoffe (u. a. Zink, Mangan, Eisen)

• Anwendungsgebiete: Asthma, Allergien, Blutdrucksenkung, Regulierung der Blutfettwerte, Schlaflosigkeit, Krankheiten von Magen und Zwölffingerdarm

• Geschmack und Zubereitung: eignet sich nicht als Speisepilz, sondern nur getrocknet als Pulver oder Extrakte in Kapseln oder Tees angeboten. Getrockneten Pilz als Reishi-Öl oder Tinktur, in Suppen oder Sirup verwenden.