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2016

Unser Storchenjahr 2016

Die größte Aufmerksamkeit erfahren auf dem Naturhof Malchow, dem Sitz des Vereins Naturschutz Berlin-Malchow, zweifelsfrei die Störche, die sich zuverlässig jedes Jahr in einem oder sogar beiden Storchennestern niederlassen. Drei genutzte Storchennester gibt es in Berlin insgesamt, nur wenige Kilometer östlich, im Ortsteil Falkenberg, befindet sich das dritte.

In diesem Jahr hatten sich Anfang April gleich zwei Störche in Malchow eingefunden, auf jedem Nest einer, und begannen offensichtlich, das Nest für die Ankunft des Partners vorzubereiten. Dank der Storchenkamera, die das Geschehen im Nest ins Storchencafé auf einen Bildschirm überträgt, konnten die Aktivitäten beobachtet werden.

Die Freude unter den Mitarbeitern des Vereins und den Besuchern des Hofes war groß, als sich schließlich Anfang Mai, relativ spät also, auch die Weibchen einfanden.

Das Warten wir auf Eier und natürlich auf Küken war allerdings umsonst. Schnell fiel auf, dass die Nester oft für lange Zeit unbesetzt waren. Schließlich mussten wir uns eingestehen, dass es wohl in diesem Jahr nichts wird mit einem Storchennachwuchs. Ein Besuchermagnet blieben die Störche trotzdem, ihr ausdauerndes Klappern war nicht zu überhören.

Ende Juni meldeten Bürger, dass ein Storch sich seit mehreren Tage auf einer Wiese in der Nähe des Naturhofs aufhalte. Nach Rücksprache mit dem NABU haben wir die Situation beobachtet. Schließlich wurde das Tier doch eingefangen und in die Tierklinik der FU gebracht. Eine Osteosklerose im linken Oberarm und eine geschwächte Brustmuskulatur wurden diagnostiziert und medikamentös behandelt. Der Versuch, den Storch wieder auszuwildern scheiterte, offenbar ist ihm das Fliegen nicht mehr möglich. Inzwischen ist er im Tierpark in Kunsterspring bei Neuruppin zu Hause. Der Storch ist 9 Jahre alt und wahrscheinlich in Malchow geschlüpft.

Der NABU zieht in diesem Jahr für die Brutsaison der Weißstörche im Norden und Osten Deutschlands eine negative Bilanz. Die verspätete Rückkehr über den Bosporus spielt dabei ebenso eine Rolle wie der durch die Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer bedingte Futtermangel.

Seit Ende August wurden in den Nestern in Malchow keine Störche mehr gesehen. Wir wünschen Ihnen eine gute Reise in ihr Winterquartier und freuen uns auf ihre Ankunft im nächsten Jahr!